Comic Diakonie
Karikatur: Thomas Plaßmann

Der »Dritte Weg« kircheninterner Lohnfindung steckt tief in der Sackgasse. Seit Monaten finden bei der Diakonie Deutschland Geheimgespräche und Schlichtungstermine statt, ohne dass die betroffenen Beschäftigten angemessen informiert oder gar beteiligt würden. Hintergrund ist die Forderung der Dienstgeber nach drastischen Gehaltskürzungen, die sich im Einzelfall auf über 20 Prozent summieren könnten. Das wollen auch diejenigen nicht mittragen, die sich auf Arbeitnehmerseite immer noch an der Arbeitsrechtlichen Kommission (ARK-DD) beteiligen. Zu Recht. Die Pläne der Diakonie-Unternehmen sind unsozial und lassen jede Wertschätzung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vermissen.

Würde!
Grafik: ver.di

Auch in der Caritas Hamburg ist der vielfach gelobte flächendeckende Tarif nicht nur löchrig, sondern das Bezahlungsniveau teilweise deutlich unterhalb des Tarifvertrages Öffentlicher Dienst. Gleichzeitig gibt es eine hohe Teilzeitquote, die hauptsächlich von Frauen getragen wird: etwa 80 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Teilzeit. Hier wird deutlich, wie dringend die Löhne zumindest an das Niveau anderer Caritas Regionen oder des Öffentlichen Dienstes angepasst werden müssen.

Natürlich können vor allem gewerkschaftliche Aktivitäten helfen, diese Missstände zu beseitigen! Selbstverständlich ist dies auch in katholischen Einrichtungen möglich und erlaubt.

Tarifverträge jetzt!
Grafik: ver.di

Die unrühmliche Geschichte des "Dritten Weges" findet hoffentlich bald ein Ende. Die Veröffentlichungen der Dienstgeber und Dienstnehmerseite bestätigen erneut nur eins: die kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen sind unter den Bedingungen eines Sozial- und Gesundheitsmarktes Gift für die Arbeitnehmer*innen.

Nur mit starken Gewerkschaften ist zu gewährleisten, dass Gute Arbeit auch gut bezahlt wird. Deshalb ist es falsch, wenn Dienstnehmervertreter in der ARK behaupten, das Streikrecht sei "kassiert". Das Gegenteil ist richtig: Grundrechte, wie die Rechte von Gewerkschaften, ist nicht durch Kirchenrecht auszuschließen. Zu den gewerkschaftlichen Grundrechten gehört als letzte Möglichkeit auch ein Streik.

Arbeitgeber sind manchmal ziemlich dreist!
Arbeitgeber sind manchmal ziemlich dreist!

Arbeitsbedingungen und Einkommen in der Altenpflege verschlechtern zu wollen ist dreist. Eine Fotoaktion der ver.di Baden-Württemberg lädt darum zum Mitmachen ein.

Es ist ein Skandal. Beschäftigten diakonischer Unternehmen, die unter die Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie Deutschland (AVR DD) fallen, drohen massive Verschlechterungen der Einkommen und Arbeitsbedingungen, vor allem für diejenigen in der Altenpflege. Diese sollen um 20 Prozent „abgesenkt“ werden. Hier besonders betroffen: Die Pflegehelferinnen und andere Assistenzberufe, die schon jetzt im Vergleich zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) zwischen 100 und 400 Euro im Monat weniger verdienen. Für Akzeptanz sorgt man dadurch, dass ein Teil der Absenkungen nur für die zukünftig Beschäftigten gelten sollen! Sogar allen soll der Kinderzuschlag gestrichen werden.

Krankenschwestern gegen CETA
Krankenschwestern gegen CETA

Die Freihandelsabkommen sollen umgesetzt werden. Der erste Schritt ist CETA. Verstärkte Handelsbeziehungen sind zu befürworten, aber nicht auf Kosten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und der öffentlichen Daseinsvorsorge. Freihandelsabkommen setzen das Gesundheitswesen und die sozialen Dienste unter Druck - und das für gilt für Einrichtungen und Beschäftigte. Durch CETA und zu erwarten auch durch die noch zur Zeit noch verhandelten Abkommen wie TTIP oder TiSA drohen mühsam erreichte europäische Standards zur Sicherung der Daseinsvorsorge und zum Schutz der Beschäftigten in Frage gestellt zu werden. Welche Konsequenzen das konkret für die Gesundheit hat, hat der Bundesfachbereich Gesundheit von ver.di zusammengestellt. Welche Auswirkungen das Abkommen konkret in der Pflege bedeuten würde, untersucht Dr. Steffen in der CAREkonkret.

Deshalb rufen wir Euch auf, gemeinsam mit uns am 17.September 2016 bei der bundesweiten Großdemonstration gegen diese Abkommen Druck zu machen.