Sozial- und Erziehungsberufe: Arbeitgeber verweigern auch in der vierten Verhandlungsrunde generelle Aufwertung

Auch die vierte Verhandlungsrunde zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst ist am heutigen Donnerstag (16. April 2015) in Hannover ohne Ergebnis geblieben. "Die Arbeitgeber lehnen nach wie vor eine generelle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe ab.

Insbesondere bei den Fachkräften für Arbeits- und Berufsförderung in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen verweigern sie strikt eine höhere Eingruppierung der Gruppenleitungen", sagte ver.di-Verhandlungsführer Onno Dannenberg. "Wenn es in der nächsten Verhandlungsrunde am Montag und Dienstag wieder kein verhandlungsfähiges Angebot gibt, riskieren die Arbeitgeber eine deutliche Eskalation dieser Tarifauseinandersetzung."

Großkundgebung am 20.4.2015 in Stuttgart: Aufwerten Jetzt!


Ab 11.45 demonstrieren wir solidarisch mit allen anderen Beschäftigten im Sozial‐ und Erziehungsdienst auf den Stuttgarter Schlossplatz. Dort findet die Hauptkundgebung mit dem Vorsitzenden der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske statt.

Beginn der Kundgebung: 12.30 Uhr, Ende: 14.00 Uhr

Wichtig: Bitte leitet diese Info an Eure Kolleginnen und Kollegen weiter!

Blumen für die sozialen Arbeiter!

„Richtig gut – Aufwerten jetzt“ steht auf den Papierblumen, die in Osnabrück jetzt vor etlichen Kita-Tagesstätten wachsen - zumindest virtuell. Das Team von "Osonstrike", dem Streikblog für den Sozial- und Erziehungsdienst Osnabrück, hat ein Mobilisierungsvideo erstellt, in dem zwei Personalräte aus Osnabrück Elterninfos verteilen und städtische Kitas mit Protestblumen aufblühen lassen.

Tarifinfo: Auch in der dritten Verhandlungsrunde kein Angebot der Arbeitgeber!


Trotz klarer Signale der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst, die sich mit eindrucksvollen Warnstreiks für ihre Forderung nach deutlicher Verbesserung der Eingruppierung eingesetzt haben, legten die kommunalen Arbeitgeber auch in der dritten Verhandlungsrunde am 9. April 2015 in Düsseldorf noch immer kein Angebot auf den Tisch. Die Diskussion zur Eingruppierung der Erzieherinnen und Erzieher machte deutlich, dass die Positionen weit auseinander liegen. Die nächste Verhandlung findet am 16. April 2015 in Hannover statt. Tarifinfo herunterladen.

ver.di fordert Evangelische Kirche auf, Grundrechte zu respektieren

Michael Blug, ver.di Landeschef Rheinland-Pfalz-Saarland, hat heute in einem Schreiben an den Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad gefordert, von arbeitsrechtlichen Konsequenzen gegen Beschäftige abzusehen, die sich an Streiks beteiligt haben. „Grundsätzlich kann jeder Beschäftigte davon ausgehen, dass ein von der zuständigen Gewerkschaft ausgerufener Streik rechtmäßig ist“, so Blug in seinem Brief an Schad.
 
„Wenn die Evangelische Kirche der Pfalz der Meinung ist die Streiks seien rechtswidrig, dann soll die Evangelische Kirche der Pfalz uns als aufrufende Gewerkschaft rechtliche Konsequenzen androhen oder diese einleiten“, so Blug weiter. ver.di werde alles daran setzten, seine Mitglieder vor arbeitsrechtlichen Konsequenzen, die aus der Teilnahme an Streiks entstanden seien, zu schützen.
 
Die Evangelische Kirche der Pfalz wendet nach dem Gesetz zur Arbeits-, Dienst, und Besoldungsvorschriften den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes (TV-ÖD-VKA) direkt an. Desweiteren wendet die Evangelische Kirche der Pfalz alle ergänzenden, änderten oder ersetzenden Tarifverträge in der jeweils geltenden Fassung für die Beschäftigten der Mitglieder des Kommunalen Arbeitgeberverbandes, an. Dies ist auch in den einzelnen Arbeitsverträgen, individualrechtlich so vereinbart. Daher können die Beschäftigten nach der Evangelischen Kirche der Pfalz nach Auffassung von ver.di im Rahmen des Partizipationsstreiks unmittelbar mit einbezogen werden.

Bundeskonferenz unterstützt ver.di Kampagne

Sozial- und Erziehungsberufe aufwerten jetzt!

Erzieherinnen und Heilpädagogen, Sozialpädagoginnen und Sozialarbeiter, Arbeitserzieherinnen und Heilerziehungspfleger tragen eine große Verantwortung. Sie arbeiten hoch motiviert und engagiert, sie haben hohe Qualifikationen, und sie leisten Außerordentliches. Hierfür gebührt ihnen ein hohes Maß an Anerkennung für ihre tägliche Arbeit.

Die Realität sieht jedoch anders aus: Die Arbeitsverdichtung hat bei sämtlichen Beschäftigtengruppen im Sozial- und Erziehungsdienst immer mehr zugenommen. Die Anerkennung durch eine angemessene Bezahlung ist jedoch bislang ausgeblieben.

Die Bundeskonferenz unterstützt deshalb die Forderungen der Gewerkschaft ver.di für eine bessere Eingruppierung aller Berufsgruppen, in der aktuellen Tarifrunde für den Sozial- und Erziehungsdienst im Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD). Zur Solidaritäts-Erklärung.

Bröckelt der Dritte Weg in der Diakonie (DWBO)?

In einem Newsletter vom 6. März 2015 stellt der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen (AGMV) im Diakonischen Werk Berlin/Brandenburg, schlesische Oberlausitz (DWBO) den Dritten Weg der Arbeitsrechtsfindung in Frage.

Anlass ist u.a. die Forderung der Dienstgeber die Erzwingbarkeit von Absenkungsvereinbarungen zwischen MAVen und Dienstgebern in den AVR zu erweitern.

Vor dem Hintergrund dieser Forderung hat die Dienstnehmerseite der Arbeitsrechtlichen Kommission (AK) einen gemeinsamen Termin mit der Dienstgeberseite abgesagt. Zum ver.di Flugblatt

Tarifinfo: Deine Arbeit ist es wert - auch in kirchlichen Betrieben

Du erlebst es im Alltag und siehst es auf Deinem Gehaltszettel: Soziale Berufe werden in Deutschland nicht genügend anerkannt. Dabei würde unsere Gesellschaft ohne ErzieherInnen, SozialpädagogInnen/SozialarbeiterInnen, HeilerzieherInnen, SozialasstistInnen und KinderpflegerInnen nicht funktionieren.

ver.di will die Sozial- und Erziehungsberufe aufwerten. Die entsprechenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst laufen. Die Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst sollen höher eingruppiert werden. Im Schnitt bedeutet die Forderung eine bessere Bezahlung von zehn Prozent. Damit will ver.di, der gestiegenen Bedeutung, der hohen Verantwortung und den erhöhten Anforderungen an diese Berufe Rechnung tragen. Für junge Menschen muss die Attraktivität der sozialen Berufe gesteigert werden, damit uns der berufliche Nachwuchs nicht ausgeht. Zum Tarifinfo

Tarifinfo: Verhandlungsrunde in Münster


Offenbar unter dem Druck von über 20.000 Warnstreikteilnehmerinnen und -teilnehmern in der vorangegangenen Woche erklärten die Vertreter der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) in der zweiten Verhandlungsrunde ihre Bereitschaft, über alle ver.di-Forderungen verhandeln zu wollen. Dazu äußerten sie, „bei einigen Berufen vielleicht etwas machen zu müssen“. Sie wiesen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass für sie eine generelle Verbesserung der Eingruppierung nicht in Frage komme. Zum ver.di-Flugblatt.

Die nächste Verhandlungsrunde ist am 9.April in Düsseldorf.

Resolutionen der Mitarbeitervertretungen der Diakonie Hessen

Bei der gemeinsamen Informationsveranstaltung für die MAVen in ganz Hessen wurde eine gemeinsame Erklärung für Tarifverträge verabschiedet, die von 111 anwesenden MAV-KollegInnen unterschrieben wurde. Die Resolution wird an den Vorstand der Diakonie, die Arbeitsgemeinschaft der Dienstgeber der Diakonie Hessen und an die Landessynoden übersandt. In der Erklärung heisst es: "Die Höhe unserer Löhne und unsere Arbeitsbedingungen dürfen nicht weiter im Geheimen in den Arbeitsrechtlichen Kommissionen „verhandelt“ werden!"

Am 19.3.2015 haben außerdem 130 Mitarbeitervertreterinnen und Mitarbeitervertretern der Diakonie Hessen eine Solidaritätserklärung mit den Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst verabschiedet, die für eine Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe eintreten.

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