Umfrage zu Arbeitsbedingungen in der Kirche

Die Zeitschrift für Mitarbeitervertretungen „Arbeitsrecht und Kirche“ führt eine Umfrage zu den Arbeitsbedingungen in der Kirche durch. Die Ergebnisse fließen in die Fachtagung zum kirchlichen Arbeitsrecht im November 2015 in Kassel ein. An dieser Umfrage können Sie auch online teilnehmen, indem Sie diesen Link anklicken.

Sommerpause bis Mitte August

Wir sind im Sommerurlaub! Ab dem 17. August gibt's hier wieder Aktuelles zum Thema Streikrecht in kirchlichen Betrieben.

Klare Botschaft in der Diakonie Mitteldeutschland

Mitarbeitervertreter wollen mit großer Mehrheit Tarifverträge. Vor diesem Hintergrund wählten heute ca. 100 MAVlerinnen in Halle fünf KollegInnen in eine Arbeitsrechtliche Kommission, um in dieser von der Kirche aufgeherrschten Kommission weiter für Tarifverträge zu streiten.Wir werden weiter berichten. Siehe auch hierzu das Positionspapier.

14. Kasseler Fachtagung zum kirchlichen Arbeitsrecht: Gute Arbeit – schlechte Bedingungen?

Am 12./13. November findet die 14. Kasseler Fachtagung zum kirchlichen Arbeitsrecht statt. Unter dem Titel "Gute Arbeit – schlechte Bedingungen?" wird das Arbeitsrecht bei Kirche und Diakonie unter die Lupe genommen. Für ca. 1,2 Mio. Beschäftigte in Diakonie, Caritas und den verfassten Kirchen gilt kirchliches Arbeitsrecht. Dazu zählen besondere Loyalitätspflichten, vor allem aber die Regelung der Arbeitsbedingungen im Rahmen des sog. Dritten Weges. Was bedeutet das für die Beschäftigten?

Der Kirchengerichtshof der EKD verpflichtet insbesondere diakonische Einrichtungen zu einer kirchengemäßen Behandlung der Beschäftigten. Er verbietet ersetzende Leiharbeit und verlangt die strikte Anwendung kirchenrechtlich legitimierter Arbeitsbedingungen. Das gilt für alle, die den kirchlichen Auftrag erfüllen, auch wenn sie z.B. im Rahmen eines Werkvertrags tätig sind. Der diakonische Arbeitgeberverband VdDD hält dagegen: Was einem weltlichen Unternehmen erlaubt ist, könne einem diakonischen nicht verwehrt werden.

Gegen Werkverträge in der Diakonie - Übergabe Unterschriften an Landesbischof July

Am Freitag, den 10.7. 2015 wurden über 3.000 Unterschriften zur Kampagne „Werkverträge spalten – für eine Diakonie“ an Landesbischof July übergeben. In seiner Rede forderte Uli Maier, Vorsitzender der Interessensvertretung der Diakonie-Mitarbeitenden (AGMAV*) den Landesbischof zur Stellungnahme bezüglich der zunehmenden Praxis diakonischer Einrichtungen, Teile auszugliedern und unter diakonischer Flagge weltliche und vor allem abgesenkte Tarife zu zahlen.

Die AGMAV fordert „die Beendigung der Werkverträge und der ersetzenden Leiharbeit in diakonischen Einrichtungen sowie die Beendigung der Ausgliederung von Tätigkeiten in eigene Tochterunternehmen. Wir fordern die Tarifanwendung für alle Mitarbeitenden in der Diakonie und die Übernahme aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der konzerneigenen Tochterunternehmen. Diakonie ist Teil der Kirche, in den Geschäftsführungen und Vorständen diakonischer Einrichtungen sitzen meist Kirchenbeamte und in den Aufsichtsgremien kirchliche Amtsträger.“

July forderte seinerseits, dass in der Auseinandersetzung um solch schwierige Themen „die Kommunikationskultur nicht über Bord geht“. Maier betonte die Zielsetzung der Kampagne, ins Gespräch zu kommen und Lösungen zu finden. Leider hat sich die BruderhausDiakonie für den Klageweg entschieden. Die BruderhausDiakonie hat nach dem Erscheinen der Sonderausgabe WIR! im Januar ohne die Gesprächsangebote der AGMAV aufzugreifen gegen den Vorsitzenden und die AGMAV Klage erhoben.

Diskussion in Düsseldorf: Hat der Dritte Weg noch Zukunft?

ver.di hat mit der Stadtmission in Heidelberg gerade einen Tarifvertrag geschlossen. Der Dritte Weg gehört damit auch für die 500 Beschäftigten dieser diakonischen Einrichtung der Vergangenheit an. Nahezu zeitgleich verteidigte Diakoniechef Lilie den Dritten Weg. Für ihn ist die Schlichtung immer noch der beste Weg zur Problemlösung.

Im katholischen Bereich werden Gewerkschaften erstmals aufgefordert, sich an der Arbeitsrechtlichen Kommission zu beteiligen. Ver.di hat dies abgelehnt. Viele Mitarbeitervertretungen und Beschäftige spüren von der viel beschworenen Dienstgemeinschaft nichts.

Was ist Ihre Haltung dazu? Was sehen Sie anders? Was müsste sich Ihrer Meinung nach ändern?

Am Donnerstag, dem 27. August 2015 von 10:00 bis 12:00 Uhr Raum 1, Erdgeschoss im

ver.di-Landesbezirk NRW
Karlstr. 123-127
40210 Düsseldorf

laden wir Sie herzlich ein, mit uns über die Zukunft des Arbeitsrechts in den Kirchen zu diskutieren.

Referent: Prof. Dr. Hartmut Kreß Universität Bonn, Evang.-Theol. Fakultät, Abt. Sozialethik Thema des Referats: „Hat der Dritte Weg noch Zukunft?“

Mehr Informationen finden Sie hier zum Herunterladen.

Stadtmission Heidelberg schließt nach Verhandlungsmarathon Tarifvertrag mit ver.di ab

Nach einer langen Verhandlungszeit ist es nun geschafft: der Tarifvertrag mit der Evangelischen Stadtmission Heidelberg ist unter Dach und Fach. Das ist wegweisend, da es der erste Tarifvertrag mit einem diakonischen Träger in Baden-Württemberg ist.

Vor zwei Jahren begannen die Tarifverhandlungen. Dies war der erste große Erfolg der Beschäftigten, die sich in großer Zahl bei ver.di organisiert hatten. Ihr Ziel: die Sicherung ihrer Arbeitsbedingungen und Einkommen durch einen Tarifvertrag. Sie wollten beteiligt werden an der Aushandlung, auf Augenhöhe, verbindlich und mit Durchsetzungsmöglichkeiten. Das alles gibt es nicht im Dritten Weg der Kirchen.

Die Urabstimmung und 98 % Zustimmung zu einem unbefristeten Streik sowie mehrere Streiktage im Jahr 2013 brachten den Durchbruch. „Nach zwei Jahren intensiven und konstruktiven Verhandlungen liegt nun ein Tarifvertrag vor, der sich sehen lassen kann“, so die ver.di-Verhandlungsführerin Irene Gölz, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen bei ver.di Baden-Württemberg.

Irene Gölz: „Ganz besonders freuen wir uns natürlich über diesen ersten Tarifvertrag mit einem diakonischen Träger. Das ist wegweisend. Er zeigt nun auch in Baden-Württemberg, dass eine Sozialpartnerschaft zwischen Gewerkschaften sowie diakonischen Arbeitgebern möglich und erfolgreich im Sinne der Beschäftigten und ihres Arbeitgebers sein kann.“ Ab 1. Juli 2015 werden die Arbeitsbedingungen und Einkommen der rund 1.500 Beschäftigten durch einen Tarifvertrag geregelt und gesichert.

Wirtschaftspolitik aktuell (12/2015): Friss oder stirb, Griechenland

Die katastrophalen Folgen der Kürzungspolitik und die Zugeständnisse Griechenlands reichten der Troika nicht. Die Botschaft von EU-Kommission, EZB und IWF, Schäuble und Merkel ist klar: Wer im Euro bleiben will, muss die neoliberale Politik mitmachen und die Demokratie opfern. Zum Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 12/2015

Am Freitag, 3. Juli, werden in mehreren Städten Demonstrationen gegen die Kürzungspolitik, für Demokratie und ein anderes Europa stattfinden, u.a. in Berlin: https://www.facebook.com/events/1442089856100568/

Sozial- und Erziehungsdienst: Streikdelegiertenkonferenz empfiehlt Mitgliederbefragung über Schlichtungsempfehlung


Die bundesweite Streikdelegiertenkonferenz der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat sich dafür ausgesprochen, nach den erneuten Verhandlungen mit den Arbeitgebern die ver.di-Mitglieder über die Schlichtungsempfehlung in der Tarifauseinandersetzung zur Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes entscheiden zu lassen. "Wer sollte besser über die Schlichtungsempfehlung und einen darauf basierenden Verhandlungsstand entscheiden können, als die betroffenen ver.di-Mitglieder in den Einrichtungen und Betrieben des Sozial- und Erziehungsdienstes?", sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske am Mittwoch in Frankfurt.

Flugblatt mit mehr Informationen herunterladen.

Großprotest im Gesundheitswesen: ver.di begrüßt baldige Einsetzung einer Expertenkommission - "Bad Dürkheimer Appell" übergeben

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe über die vorgezogene Einsetzung der Expertenkommission. "Die baldige Einrichtung einer Expertenkommission unabhängig vom Gesetzgebungsverfahren ist ein Schritt in die richtige Richtung. Damit hat der Protest der Beschäftigten für mehr Personal bereits eine erste Wirkung erzielt. Wir werden nicht mehr locker lassen", sagte ver.di-Bundesvorstandmitglied Sylvia Bühler am Mittwochnachmittag anlässlich der Übergabe des "Bad Dürkheimer Appells" an Bundesgesundheitsminister Gröhe und die Vorsitzende der Konferenz der Gesundheitsminister, Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

Am Mittwochmittag hatten mehr als einhunderttausend Beschäftigte an über 1.300 Kliniken den Personalmangel in einer bundesweiten Protestaktion mit Plakaten sichtbar gemacht: Nach Erhebungen von ver.di fehlen an deutschen Krankenhäusern insgesamt 162.000 Stellen, darunter 70.000 Pflegekräfte. "Der Personalmangel ist heute in jedem Landkreis, in jeder Stadt landauf, lanab deutlich geworden. Die Botschaft ist unmissverständlich: Die Beschäftigen sind nicht länger bereit, den Personalmangel auf Kosten ihrer Gesundheit zu ertragen. Eine politische Lösung ist überfällig", betonte Bühler.

Zur ver.di Pressemitteilung
Bad Dürkheimer Appell herunterladen

Inhalt abgleichen