Umfrage zu Arbeitsbedingungen in der Kirche

Die Zeitschrift für Mitarbeitervertretungen „Arbeitsrecht und Kirche“ führt eine Umfrage zu den Arbeitsbedingungen in der Kirche durch. Die Ergebnisse fließen in die Fachtagung zum kirchlichen Arbeitsrecht im November 2015 in Kassel ein. An dieser Umfrage können Sie auch online teilnehmen, indem Sie diesen Link anklicken.

Stadtmission Heidelberg schließt nach Verhandlungsmarathon Tarifvertrag mit ver.di ab

Nach einer langen Verhandlungszeit ist es nun geschafft: der Tarifvertrag mit der Evangelischen Stadtmission Heidelberg ist unter Dach und Fach. Das ist wegweisend, da es der erste Tarifvertrag mit einem diakonischen Träger in Baden-Württemberg ist.

Vor zwei Jahren begannen die Tarifverhandlungen. Dies war der erste große Erfolg der Beschäftigten, die sich in großer Zahl bei ver.di organisiert hatten. Ihr Ziel: die Sicherung ihrer Arbeitsbedingungen und Einkommen durch einen Tarifvertrag. Sie wollten beteiligt werden an der Aushandlung, auf Augenhöhe, verbindlich und mit Durchsetzungsmöglichkeiten. Das alles gibt es nicht im Dritten Weg der Kirchen.

Die Urabstimmung und 98 % Zustimmung zu einem unbefristeten Streik sowie mehrere Streiktage im Jahr 2013 brachten den Durchbruch. „Nach zwei Jahren intensiven und konstruktiven Verhandlungen liegt nun ein Tarifvertrag vor, der sich sehen lassen kann“, so die ver.di-Verhandlungsführerin Irene Gölz, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen bei ver.di Baden-Württemberg.

Irene Gölz: „Ganz besonders freuen wir uns natürlich über diesen ersten Tarifvertrag mit einem diakonischen Träger. Das ist wegweisend. Er zeigt nun auch in Baden-Württemberg, dass eine Sozialpartnerschaft zwischen Gewerkschaften sowie diakonischen Arbeitgebern möglich und erfolgreich im Sinne der Beschäftigten und ihres Arbeitgebers sein kann.“ Ab 1. Juli 2015 werden die Arbeitsbedingungen und Einkommen der rund 1.500 Beschäftigten durch einen Tarifvertrag geregelt und gesichert.

Wirtschaftspolitik aktuell (12/2015): Friss oder stirb, Griechenland

Die katastrophalen Folgen der Kürzungspolitik und die Zugeständnisse Griechenlands reichten der Troika nicht. Die Botschaft von EU-Kommission, EZB und IWF, Schäuble und Merkel ist klar: Wer im Euro bleiben will, muss die neoliberale Politik mitmachen und die Demokratie opfern. Zum Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 12/2015

Am Freitag, 3. Juli, werden in mehreren Städten Demonstrationen gegen die Kürzungspolitik, für Demokratie und ein anderes Europa stattfinden, u.a. in Berlin: https://www.facebook.com/events/1442089856100568/

Sozial- und Erziehungsdienst: Streikdelegiertenkonferenz empfiehlt Mitgliederbefragung über Schlichtungsempfehlung


Die bundesweite Streikdelegiertenkonferenz der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat sich dafür ausgesprochen, nach den erneuten Verhandlungen mit den Arbeitgebern die ver.di-Mitglieder über die Schlichtungsempfehlung in der Tarifauseinandersetzung zur Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes entscheiden zu lassen. "Wer sollte besser über die Schlichtungsempfehlung und einen darauf basierenden Verhandlungsstand entscheiden können, als die betroffenen ver.di-Mitglieder in den Einrichtungen und Betrieben des Sozial- und Erziehungsdienstes?", sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske am Mittwoch in Frankfurt.

Flugblatt mit mehr Informationen herunterladen.

Großprotest im Gesundheitswesen: ver.di begrüßt baldige Einsetzung einer Expertenkommission - "Bad Dürkheimer Appell" übergeben

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe über die vorgezogene Einsetzung der Expertenkommission. "Die baldige Einrichtung einer Expertenkommission unabhängig vom Gesetzgebungsverfahren ist ein Schritt in die richtige Richtung. Damit hat der Protest der Beschäftigten für mehr Personal bereits eine erste Wirkung erzielt. Wir werden nicht mehr locker lassen", sagte ver.di-Bundesvorstandmitglied Sylvia Bühler am Mittwochnachmittag anlässlich der Übergabe des "Bad Dürkheimer Appells" an Bundesgesundheitsminister Gröhe und die Vorsitzende der Konferenz der Gesundheitsminister, Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

Am Mittwochmittag hatten mehr als einhunderttausend Beschäftigte an über 1.300 Kliniken den Personalmangel in einer bundesweiten Protestaktion mit Plakaten sichtbar gemacht: Nach Erhebungen von ver.di fehlen an deutschen Krankenhäusern insgesamt 162.000 Stellen, darunter 70.000 Pflegekräfte. "Der Personalmangel ist heute in jedem Landkreis, in jeder Stadt landauf, lanab deutlich geworden. Die Botschaft ist unmissverständlich: Die Beschäftigen sind nicht länger bereit, den Personalmangel auf Kosten ihrer Gesundheit zu ertragen. Eine politische Lösung ist überfällig", betonte Bühler.

Zur ver.di Pressemitteilung
Bad Dürkheimer Appell herunterladen

Schlichtungsempfehlung für den Sozial- und Erziehungsdienst

Die Vertreterinnen und Vertreter der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in der Schlichtungskommission haben eine erste Bewertung der Schlichtungsempfehlung zum Sozial- und Erziehungsdienst vorgenommen:

"Es wurden für alle Beschäftigtengruppen Verbesserungen erreicht. Besonders im Bereich der Behindertenhilfe wurden erste Schritte zur Aufwertung in diesem wichtigen Feld vorgeschlagen. Im Erziehungsdienst gibt es Verbesserungen für Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen, auch wenn nicht alle Ziele erreicht werden konnten. Deutlich gestärkt wurden die Leitungen und ihre Stellvertretungen sowohl in Kitas als auch in der Behindertenhilfe und in anderen Betreuungseinrichtungen. Bei den Sozialarbeitern konnten wir angesichts der harten Haltung der Arbeitgeber nur geringfügige Verbesserungen, und auch nur für einen Teil der Beschäftigten, erreichen.

Die generelle und überfällige Aufwertung des gesamten Berufsfeldes ist noch nicht erreicht und bleibt für uns weiter ein zentrales gesellschaftliches und tarifpolitisches Ziel. Aber das Ergebnis ist nach 2009 ein weiterer wichtiger Schritt in die richtige Richtung."

Der Druck muss raus: 162 000 fehlen!


Nachahmung empfohlen. Die Leitung Katholisches Krankenhaus in Reinbek bei Hamburg ruft gemeinsam mit ver.di zur Aktion „162 000 fehlen“ am 24.6.2015 auf. Der Countdown läuft. Über 1000 Krankenhäuser machen mit. Mehr Informationen unter www.der-druck-muss-raus.de

Flugschrift: Zwischen Konkurrenz und Kreuz

Zum evangelischen Kirchentag Anfang Juni erschien ein neues und sehr lesenswertes Buch zu aktuellen Fragen des kirchlichen Arbeitsrechts. Zwölf fach- und sachkundige Autor_innen geben in kompakter Form Einblicke in die Debatte um ein nach wie vor aktuelles Thema. Lösungswege werden aufgezeigt.

ver.di Mitglieder können das Buch direkt über Berno Schuckart-Witsch
(Bundesfachbereich  Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen)
zu einem Vorzugspreis von 7,50 € erwerben. Nichtmitglieder können das Buch über den Handel für 10,80 € bestellen.

Heute ihr, morgen wir!

Am Samstag werden wir zusammen ein starkes Zeichen setzen:

Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst demonstrieren gemeinsam mit der Pflege und anderen Gesundheitsberufen für mehr Anerkennung ihrer Arbeit mit und am Menschen durch eine bessere Bezahlung. Am 13. Juni in Köln, Hannover, Dresden und Nürnberg.

Große Demos und Kundgebungen am Samstag, 13.6.2015: Aufwerten Jetzt!

Große Demos und Kundgebungen in:
Hannover - 13 Uhr, Waterlooplatz
Dresden - 11 Uhr, Denkmal Goldener Reiter
Köln - 12 Uhr, Heumarkt
Nürnberg - 13 Uhr, Kornmarkt

Seit Wochen kämpfen die Beschäftigten der sozialen und erzieherischen Berufe für die längst überfällige Aufwertung ihrer wertvollen und anspruchsvollen Arbeit in Kitas, in sozialen Brennpunkten, Anlauf- und Berat ungsstellen sowie in Behinderteneinrichtungen.

Die Anforderungen und Erwartungen an die Arbeit im Sozial - und Erziehungsdienst sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Mehr bezahlt wird deswegen aber noch lange nicht. Das muss sich ändern! Wir wollen jetzt eine Aufwertung! Dafür haben pädagogische Fachkräfte in Kitas, Sozialarbeiter und Beschäftigte aus der Behindertenhilfe gestreikt. Auch erneute Verhandlungen blieben ohne Ergebnis. Beide Seiten haben daraufhin die Schlichtung angerufen, um nichts unversucht zu lassen – zumal keine Seite sich vorwerfen lassen will, angesichts der Belastungen für die Eltern nicht alles unternommen zu haben, doch noch zu einer Einigung zu kommen.

Jetzt wird viel von den Schlichtern und ihrer Empfehlung abhängen. Die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst finden für ihren Kampf um Anerkennung ihrer Arbeit größte Unterstü tzung: 69 Prozent der Bevölkerung haben aktuellen Umfragen zufolge Verständnis für die Streikenden. Viele sehen: Eine Aufwertung dieser sozialen Berufe ist überfällig. Dabei geht es zugleich auch um die berechtigte Aufwertung typischer Frauenberufe. Im ganzen Land ist eine brei te Bewegung für eine deutlich bessere Bezahlung der Arbeit am und mit Mensch en entstanden. Kitas sind heute wichtige Bildungseinrichtungen. Und auch in der Sozial arbeit und in der Behindertenhilfe wird anspruchsvolle und gute Arbeit verlangt.

Das Geld für die notwendige Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe ist da. Die Steuereinnahmen sprudeln, und auch Bund und Länder sind in der Verantwortung, die Kommunen bei der Finanzierung von sozialer und er zieherischer Arbeit finanziell zu entlasten. Für gute Arbeit braucht es gute Leute, die da für dann aber auch gutes Geld erwarten können. Gute Arbeit, gute Leute, gutes Geld – das gehört zusammen.

Aufwertung eben.

Daür verdienen die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst unsere Unterstützung: Am 13. Juni in Köln, Hannover, Dresden und Nürnberg. Machen Sie mit!

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